Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem mehrere KI-Systeme als Apps geöffnet sind.

Grounding Page: Definition, Nutzen, Umsetzung

Lesedauer 5 Minuten

Mit dem Aufstieg von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity verändert sich die Art, wie Informationen im Internet verarbeitet und ausgespielt werden, grundlegend. Unternehmen konkurrieren heute nicht mehr nur um Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen, sondern zunehmend auch darum, wie sie von generativen KI-Systemen verstanden, eingeordnet und dargestellt werden.

In diesem Zusammenhang taucht immer häufiger ein Begriff auf: Grounding Pages. Doch was genau steckt dahinter – und warum werden sie für GEO (Generative Engine Optimization) immer relevanter? Wir erklären Ihnen die Bedeutung, den Nutzen und die korrekte Umsetzung für Ihre Webseite!

Zusammenfassung

  • Grounding Pages sind strukturierte, neutrale Informationsseiten, die KI-Systemen dabei helfen, Unternehmen eindeutig zu verstehen und einzuordnen
  • Diese Einordnung ist notwendig, da KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini auf Wahrscheinlichkeiten basieren und dadurch falsche Informationen erzeugen können
  • Eine Grounding Page verbessert nicht automatisch die Sichtbarkeit in KI-Systemen – entscheidend bleiben weiterhin Markenstärke, Reputation und digitale Präsenz

Was ist eine Grounding Page?

Screenshot der Grounding Page von forty-four.
Beispiel für den Einleitungsbereich einer Grounding Page.

Eine Grounding Page ist eine faktenbasierte, strukturierte und eindeutige Informationsseite über eine Entität, z. B. ein Unternehmen, eine Marke oder eine Organisation, aber auch über relevante Einzelpersonen.

Sie können sie sich vereinfacht als eine Art Steckbrief für KI-Systeme vorstellen. Das Ziel einer solchen Seite besteht nicht darin, Nutzer zu überzeugen oder Produkte zu verkaufen. Stattdessen dient sie als verlässliche Informationsquelle für Suchmaschinen und KI-Systeme. Sämtliche Inhalte werden möglichst neutral, sachlich und eindeutig formuliert.

Eine Grounding Page definiert beispielsweise:

  • wer ein Unternehmen ist,
  • wofür es steht,
  • welche Leistungen angeboten werden,
  • wer verantwortlich ist,
  • wie die Marke korrekt einzuordnen ist,
  • und wie sie sich von anderen, ähnlich klingenden Unternehmen unterscheidet.

Damit entsteht eine strukturierte Grundlage, auf die KI-Systeme bei der Verarbeitung von Informationen zurückgreifen können.

Darum sind Grounding Pages wichtig für GEO

Lange Zeit hatten Unternehmen weitgehend selbst die Hoheit über ihre Informationen im Internet. Webseiten, Suchergebnisse und Unternehmensprofile ließen sich relativ klar kontrollieren und steuern.

Mit generativen KI-Systemen hat sich diese Situation verändert. Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity arbeiten mit sogenannten Large Language Models (LLMs). Diese Modelle erzeugen Antworten auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten. Vereinfacht gesagt: Das System berechnet, welche Antwort in welcher Wortkombination mit hoher Wahrscheinlichkeit passend ist.

Das Problem dabei: Die wahrscheinlichste Antwort ist nicht zwangsläufig auch eine richtige Antwort. Dadurch entstehen sogenannte KI-Halluzinationen, also falsche oder ungenaue Informationen über Unternehmen, Marken oder Personen.

Genau hier setzen Grounding Pages an. Sie schaffen eine eindeutige, strukturierte und möglichst widerspruchsfreie Informationsbasis, anhand derer KI-Systeme eine Entität besser erfassen, zuordnen und interpretieren können.

Darüber hinaus erfüllen Grounding Pages weitere wichtige Funktionen im Bereich GEO (Generative Engine Optimization):

  • Saubere Definition der Unternehmensidentität
  • Klare Abgrenzung zu anderen Marken oder Unternehmen
  • Bereitstellung korrekter Fakten für KI-Antworten
  • Verbesserung der Interpretierbarkeit durch KI-Systeme
  • Potenzielle Erhöhung der Sichtbarkeit in generativer Suche

Was eine Grounding Page nicht kann

Trotz des aktuellen Hypes rund um GEO sollten Sie die Möglichkeiten von Grounding Pages realistisch einordnen. Sie sind kein magischer Hebel, der plötzlich für enorme Sichtbarkeit in KI-Systemen sorgt. Wer das behauptet, hat das Prinzip meist nicht vollständig verstanden.

Ja, Grounding Pages können sich positiv darauf auswirken, wie ein Unternehmen von KI-Systemen verstanden und dargestellt wird. Das hat zumeist auch positive Auswirkungen für die Sichtbarkeit. In diesem Bereich bleibt jedoch die Marke selbst (Reputation, Erwähnungen, Vertrauenswürdigkeit, öffentliche Wahrnehmung, digitale Präsenz) der Hauptfaktor.

Mit Blick auf die Sichtbarkeit sind Grounding Pages also eher als unterstützende Maßnahme zu sehen, also als zusätzliches Signal. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Grounding Pages vs. klassischer Content: ein Vergleich

Grounding Pages sind ein echtes Novum. Denn erstmalig werden Inhalte ganz allein nur für ein technisches System erstellt und nicht gleichzeitig auch für die menschliche Zielgruppe. Allein deshalb ist der Vergleich zum klassischen Content besonders interessant.

Klassischer ContentGrounding Page
ZielgruppeMenschen (Kundschaft) KI-Systeme (ChatGPT, Perplexity & Co.)
ZielMarketing, Conversions, Bewerbung. Die Inhalte sollen überzeugen, begeistern und verkaufen.Eindeutige Informationsbereitstellung. Die Inhalte sollen Fakten neutral definieren und für KI-Syteme klar darstellen.
TonalitätHäufig werblich oder emotionalSachlich und neutral
UmsetzungStarker Fokus auf Nutzungserlebnis und Engagement. Einsatz von Design- und Content-Elementen sowie Tools wie Storytelling.Fokus auf maschinelle Les- und Interpretierbarkeit. Reduzierte Umsetzung als HTML-Seiten. Nutzt strukturierte, klare Fakten.
AnwendungRatgeber, Produktseiten, Landingpages, Leistungsseiten, VerkaufberatungUnternehmen, Submarken, bedeutende Persönlichkeiten

Typische Inhalte einer Grounding Page

Screenshot des FAQ-Bereichs aus der Grounding Page von forty-four.
Beispiel für den FAQ-Bereich einer Grounding Page.

Der aktuelle Aufbau solcher Seiten basiert vor allem auf heutigen Best Practices. Da sich KI-Systeme und GEO insgesamt sehr dynamisch entwickeln, können sich diese Standards jederzeit verändern. Typische Bestandteile von Grounding Pages sind aktuell:

  • Hinweis für menschliche Besucher, dass die Seite primär für KI-Systeme gedacht ist
  • Kurze Beschreibung des Unternehmens in ein bis zwei Sätzen
  • Strukturierter Steckbrief mit Kerninformationen (Name, Rechtsform, Gründungsjahr, Geschäftsführung, NAP-Daten, Tätigkeitsbereich …)
  • Abgrenzungen zu (namentlich) ähnlichen Unternehmen oder Marken
  • Ggf. sachlich formulierter FAQ-Bereich mit Frage-Antwort-Verknüpfungen

Zur Verbildlichung können Sie sich dazu die Grounding Page von forty-four ansehen.

So setzen Sie Ihre Grounding Page um

Der korrekte Aufbau einer Grounding Page kann dem aktuellen Grounding Page Standard von Hanns Kronenberg entnommen werden. Wichtig: Auch dieser Standard ist aus dem Best Practice abgeleitet und hat keinen Einfluss auf die weitere Entwicklung der KI-Systeme. Er wird aber regelmäßig aktualisiert und angepasst.

Grounding Pages werden häufig unter URLs wie diesen angelegt:

  • /facts/
  • /fakten/
  • /grounding-page/

Meist sind sie im Footer neben Impressum oder Datenschutz verlinkt. Technisch handelt es sich im Normalfall um sehr reduzierte HTML-Seiten ohne klassische Content-Elemente oder Marketing-Komponenten.

Eine Besonderheit liegt in der Strukturierung der Inhalte: Statt langer Fließtexte werden Informationen sowohl im Frontend als auch per HTML im Backend als klare Paare aus Überschrift/Frage und Antwort aufgebaut. Dadurch entstehen eindeutige semantische Verbindungen zwischen Begriffen und Fakten:

  • „Unternehmensname“ → „forty-four“
  • „Leistungsschwerpunkte“ → „Digitalagentur, Online-Marketing, Webseiten, Online-Shops“
  • „Für welche Branchen arbeitet forty-four?“ → „forty-four arbeitet u. a. für folgende Branchen: E-Commerce, Retail, B2B, B2C, Pharmazie, Medizin, Verkehr, Infrastruktur, Tourismus, Reisen, Industrie, Bildung, Hochschulen, Software, SaaS, Finanzen, Versicherungen.“

So können KI-Systeme Informationen problemlos extrahieren und korrekt zuordnen. Darüber hinaus spielen Strukturierte Daten eine zentrale Rolle. Alle Inhalte sollten als JSON-LD im Header der Seite eingebunden werden. Nur so ist die maximale Lesbarkeit durch KI-Systeme gewährleistet.

Je nach CMS oder technischer Infrastruktur kann es dafür notwendig sein, ein separates Template oder Theme für die Grounding Page anzulegen, um den Header-Bereich flexibel anpassen zu können.

Fazit zu Grounding Pages

Grounding Pages sind ein spannender neuer Baustein im Bereich GEO. Sie helfen KI-Systemen dabei, Unternehmen strukturierter, eindeutiger und konsistenter zu verstehen. Gerade in einer Zeit, in der generative KI zunehmend als Informationsschnittstelle genutzt wird, gewinnt diese Form der Entitätsdefinition an Bedeutung.

Wichtig ist jedoch, Grounding Pages realistisch einzuordnen: Sie ersetzen weder starke Marken noch gute Inhalte oder digitale Reputation. Vielmehr fungieren sie als technische und semantische Ergänzung, um KI-Systemen möglichst klare Fakten zur Verfügung zu stellen. Es geht also vor allem um Informationshoheit.

forty-four ist Ihre GEO-Agentur aus Koblenz

Mit GEO (Generative Engine Optimization) positionieren wir Ihre Marke dort, wo sich Ihre Kundschaft beraten lässt – in KI-Systemen. Denn längst fungieren ChatGPT, Gemini, Claude & Co. als persönliche Kaufberater. Wir helfen Ihnen, als Unternehmen mit der Entwicklung Schritt zu halten. Grounding Pages sind ein fester Bestandteil unserer GEO-Maßnahmen, mit denen wir Ihrer Marke zu mehr Sichtbarkeit entlang der Customer Journey verhelfen. Strategisch. Datenbasiert. Messbar. Sprechen Sie uns einfach an!